Marcel Schmid

Marcel Schmid

Marcel is Co-Founder of Flexperto. He is responsible for Marketing and Finance at Flexperto. He also founded the Digisurance Conference, which is one of the major German conferences for digital innovation in the insurance industry.

20 Mai, 2015

Ist 4.0 die Zukunft der Dienstleistungsbranche?

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Dienstleister, Kommunikation, Online-Beratung, Zielgruppe

Die Digitalisierungswelle hat in den letzten Jahren bereits den Einzelhandel überrollt und grundlegend verändert. Verbraucher sind im Internet inzwischen ständig auf der Suche nach dem besten Angebot und lokale Einzelhändler stehen in Konkurrenz zu globalen Online-Plattformen.

Altbewährte Strategien sind von den Veränderungen außer Kraft gesetzt worden. Stattdessen müssen sich große wie kleine Unternehmen innovative Vertriebsmöglichkeiten überlegen um die Wettbewerbsfähigkeit ihres Geschäftsmodells aufrecht zu erhalten.

Steht dem Dienstleistungssektor der ehemaligen Service-Wüste Deutschland eine ähnliche Veränderung bevor?

Die Dienstleistungsbranche heute

Dienstleistungsunternehmen machen 80% der deutschen Unternehmen aus, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Insgesamt trägt der Dienstleistungssektor 70% zur Wertschöpfung in Deutschland bei.

Schon jetzt steht weniger das Produkt im Fokus der Dienstleister, als der Kunde und seine Bedürfnisse. Der Zugang zum Kunden ist daher eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens und wird in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen. Deshalb wird es immer wichtiger Produkte und Services über die richtigen Kanäle zu vermarkten.

Schon heute stellen Dienstleistungen einen essenziellen Erfolgsfaktor für Unternehmen dar. Auch für solche, die im Kern beispielsweise auf die Produktion eines hochtechnologischen Produkts spezialisiert sind.

Trotz aller Veränderungen spielt die Digitalisierung für fast 50% der Unternehmen bisher keine große Rolle. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) brauchen laut BMWi Unterstützung bei der digitalen Transformation.

Dienstleistungen 4.0

Der Dienstleistungssektor ist der einzige der drei Wirtschaftssektoren, der in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Die traditionellen Wachstumsbranchen Landwirtschaft und Industrie werden laut Handelsblatt in 10 Jahren hinter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum zurück bleiben. Schon in 2030 werden mehr Menschen in der Dienstleistungsbranche beschäftig sein, als Menschen in der Produktion von physischen Produkten.

In naher Zukunft werden Dienstleistungen 4.0 die deutsche Wirtschaftslandschaft prägen. Die Kunden werden kein Interesse mehr daran haben Produkte zu erwerben, sondern Interesse an der Nutzung eines Produktes bekunden. Der traditionelle Vertrieb von Produkten wird deshalb nach und nach in den Hintergrund geraten und von produktbezogenen Dienstleistungen verdrängt werden.

„Smart Services“ – die Zukunft des deutschen Dienstleistungssektors?

In Zukunft wird es nicht mehr ausreichen Services ausschließlich vor Ort anzubieten. Die Verknüpfung von physischen Dienstleistungen und digitalen Angeboten zu „Smart Services“ wird unabdingbar sein, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.

Des Weiteren bieten digital vertriebene Services den Dienstleistern weitreichende Möglichkeiten die Kunden zu erreichen. Eine Multi-Kanal-Strategie für den Vertrieb von Dienstleistungen garantiert, dass jeder Kunde die Dienstleistung über den von ihm bevorzugten Kanal in Anspruch nehmen kann.

Gerade in Deutschland werden produktbezogene Dienstleistungen aufgrund des breiten industriellen Kerns immer wichtiger.
Komplexe Technologien erfordern Unterstützung bei Implementation und Nutzung, sowie der Wartung. Schon jetzt sind es produktbezogene Dienstleistungen mit denen viele Unternehmen große Teile ihrer Umsätze erwirtschaften.

Durch diese Entwicklungen werden die Grenzen zwischen den einzelnen Branchen verschwimmen. Unternehmen bieten sich durch die Veränderungen neue Marktpotenziale, Effizienz und Effektivität werden durch dynamische und modifizierbare Angebotsbündel steigen und das Produkt an sich, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), wird in nur wenigen Jahren als Plattform für dienstleistungsbezogene Angebote und Dienstleistungen fungieren.